Primäre Partner sind: federführend das DLR RNH, DLR WWOE, DLR RP, DLR Eifel, Technische Hochschule Bingen (TH Bingen), Technische Universität Kaiserslautern (TUK), LVAV Neumühle, AgroScience RLP

Ansprechpartner: Daniel Eberz

Durch die vom DLR-RNH im Rahmen des Living Lab (auf Basis der DAPrlp- und GeoBox-Infrastruktur) geförderte standardisierte Zusammenführung betrieblicher und öffentlicher Daten (z.B. Feldpass/Standortpass) sollen insbesondere überbetrieblich einsetzbare Applikationsmanagementsysteme aufgerüstet werden, um Pflanzenschutz- und Düngemittelapplikationen umwelt- und ressourcenschonend planen, organisieren und durchführen zu können. Mit der exemplarischen Integration von Daten aus IoT-Sensornetzwerken werden Entscheidungshilfen der Offizialberatung standortspezifisch präzisiert.

Die Bündelung der beschriebenen Infrastrukturangebote und –kompetenzen in einem Living Lab zur breiten Operationalisierung digitaler Anwendungen in der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft prägt den AF1 als Kern-Anwendungsfall im EF-Südwest: Die initiale Ausgestaltung des Living Lab orientiert sich am Praxisbedarf der Betriebe. Im Fokus aller flächenbewirtschaftenden Betriebe (einschließlich der Sonderkulturbetriebe in den übrigen AF), stehen Tools und raumbezogene Informationsangebote, die die Umsetzung der verschärften Anforderungen des Düngerechts erleichtern, z.B.:

Bezug amtlicher Geodaten (inkl. Standortpass; erleichtert Umsetzung der DüV)

Die ersten Anwendungen der GeoBox-Infrastruktur:

GeoBox-Viewer bzw. Feldatlas (inkl. raumbezogener Beratungsassistenten)GeoBox-Messenger (inkl. Geoformulare zum überbetrieblichen Datenaustausch)

Die hoheitlichen Beratungsangebote in den umweltrelevanten Bereichen der Düngung und des Pflanzenschutzes prägen die Ausrichtung des DAPrlp im Rahmen des EF-Südwest. Zur Weiterentwicklung und Adaptierung stehen den Informatikern des DLR-RNH entsprechende Testfelder und –szenarien des LVAV zur Verfügung. Flankierend erarbeitet das interdisziplinär besetzte Coaching Team der TH Bingen in AF1 am Beispiel der Düngungsvorgaben ein initiales Schulungsangebot für das Living Lab.

Für das erforderliche Zusammenspiel von öffentlichen und privaten Daten im Rahmen digitaler Beratungsangebote werden vom KTBL harmonisierte Vokabularien und Schnittstellen benötigt (Anbindung des BMEL-Projekts GeoBox-I). Die TU Kaiserslautern wird ein Kontextmanagementsystem im Rahmen des EF-Südwest entwickeln, um zeitkritischen Sensordaten von Maschinen oder Sensornetzwerken bei der Applikation von Dünger bzw. Pflanzenschutzmitteln möglichst automatisiert und mit geringer Latenz (z.B. 5G-Netze) berücksichtigen zu können. Das DLR-RNH (DAPrlp) arbeitet in AF1 eng mit der TU Kaiserslautern, dem Betrieb der LVAV und dem assoziierten Partner John Deere zusammen. Die fachliche Aufbereitung von standortspezifischen Sensordaten zu verwertbaren Kontextinformationen übernimmt die hierauf spezialisierte AgroScience.

Die Abteilung Agrarwirtschaft des DLR-RNH verfügt über die landesweit zuständigen Experten für Fragen zur Düngung und Applikation von Pflanzenschutzmitteln. Neben dem digitalen Pflanzenschutz-Anwendungs-Manager (PAM) werden weitere bundesweite Kompetenzen der in Bad Kreuznach räumlich angebundenen Organisationen ZEPP und ISIP im EF-Südwest berücksichtigt. Der entsprechende Austausch erfolgt insbesondere im BMEL-Projekt GeoBox-I, das wesentliche technische Komponenten des Living Lab liefert.

Eine zentrale Zielsetzung des EF-Südwest ist die Digitalisierung unterschiedlichster Betriebsformen einer kleinstrukturierten Landwirtschaft. Als breit einsetzbarer Hebel dienen öffentliche Tools und Datenangebote zur Optimierung der umweltrelevanten Applikation von Dünge und Pflanzenschutzmitteln. Entsprechende in AF1 zu erprobende Kernkomponenten des Living Lab sollen zur Laufzeit des EF-Südwest sukzessive in Sonderkulturbetriebe transferiert werden. Diese Transferleistung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Sonderkulturexperten der entsprechenden AF und setzt beim DLR-RNH ggf. Anpassungen des DAPrlp voraus. In gemeinsamer Abstimmung mit der TH Bingen sind die Schulungs- und Coachingangebote für die Praktiker ebenfalls an die spezifischen Anforderungen der Sonderkulturbetriebe anzupassen und im Rahmen der für alle AF geplanten Living Lab Einführung zu transferieren.

Besonderer Wert wird im EF-Südwest auf eine breite Anschlussfähigkeit des Living Lab in Richtung der Privatwirtschaft gelegt. MR, LU, LVAV und Landtechnikhersteller können AF1 als Experimentierfeld nutzen. Die Einführung von flexibel nutzbaren Geoformularen im Rahmen des Formularmanagements der GBI erleichtert den Transfer von Tools und Methoden in andere AF.